Hedge Fonds
31. Januar 2008 – 08:49Hedge-Fonds sollten der Theorie und dem Begriff nach das Vermögen bei Risiken durch Hedging (to hedge = einhegen, umzäunen) absichern, haben aber in ihrer heutigen Form wenig mit Absicherung zu tun. Hedge-Fonds sind eine spezielle Form von Investmentfonds, die durch eine spekulative Anlagestrategie charakterisiert sind. Hedge-Fonds bieten dadurch die Chance auf sehr hohe Renditen, birgen aber auf der anderen Seite auch hohe Risiken.
Der erste Hedge-Fonds wurde 1949 von Alfred Winslow Jones gegründet. Er verkaufte Aktien leer, um sie später zu einem geringeren Kurs wieder zu kaufen. Mit dem Erlös des Leerverkaufs kaufte er andere Aktien in der Erwartung, dass diese Aktien im Kurs steigen. Damit erfand er gleichzeitig die erste Strategie für Hedge-Fonds. Erfüllen sich die Erwartungen auf einen Aktienpreisverfall der leerverkauften Aktien und eines Aktienpreisanstiegs der gekauften Aktien, ergibt sich ein Gewinn unabhängig davon, ob der Gesamtmarkt repräsentiert durch einen breiten Aktienmarktindex steigt oder fällt. Damit wird auch das Haupt-Motiv der Anleger in Hedge-Fonds deutlich. Man will einen hohen Ertrag unabhängig von den immer wieder auftretenden Kursschwankungen der Aktienmärkte erwirtschaften. Was für die Long-Short-Strategie notwendig ist, ist Aktien zu finden, die innerhalb einer bestimmten Zeit im Preis fallen und andere Aktien zu identifizieren, die in dieser Zeitspanne steigen werden. Der Hedge-Fonds-Manager muss also nicht nur die Preisentwicklung der ausgewählten Aktien richtig einschätzen können, sondern auch den günstigsten Zeitpunkt für die entsprechenden Transaktionen wählen.
In Deutschland waren bis 2004 Hedge-Fonds generell nicht zum öffentlichen Handel zugelassen. Eine Lockerung erfolgte erst mit dem Investment-Modernisierungsgesetz, das unter Einhaltung bestimmter Auflagen den Vertrieb von “Sondervermögen mit zusätzlichen Risken” zulässt. Diese haben nicht viel mit den großen internationalen Hedge-Fonds gemeinsam. Sie gehören zur Gruppe der Investmentfonds und sind Anlageinstrumente und dürfen die Instrumente des Leerverkaufs und des Einsatzes von Fremdkapital nutzen. Anteile an solchen Fonds dürfen in Deutschland nicht öffentlich vertrieben werden, sondern nur im Rahmen von sogenanntem “Private Placement”.
Die meisten Hedge-Fonds haben ihren Sitz in sogenannten Offshore-Zentren. Bekannte Hedge-Fonds sind die Quantum Funds des Investmentbankers George Soros und der Fonds Long-Term Capital Management, der 1998 zusammenbrach.
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